Gendersensible Medizin für herzkranke Patienten und Patientinnen
Leitlinien zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit berücksichtigen frauenspezifische Symptomatik nicht
Köln, 24.9.2003
Der Deutsche Ärztinnenbund e.V. (DÄB) vermisst in den evidenzbasierten Leitlinien zur Behandlung der koronaren Herzkrankheiten (KHK) die aktuellen wissenschaftlichen frauenspezifischen Erkenntnisse über diese Erkrankung. Dies bemängelt anlässlich des Weltherztages am 28. September Professor Dr. Ingeborg Siegfried, Mitglied des Deutschen Ärztinnenbundes und Präsidentin für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen in Hessen.
Laut Professor Dr. Siegfried enthalten die Leitlinien (Bundesgesetzblatt 2003 Teil 1 Nr. 10 vom 30.04.2003), die auch als Grundlage für die Chronikerbehandlungsprogramme (Disease Management Program, DMP) dienen, zwar von der Definition der KHK über die Beschreibung der akuten und chronischen Form, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation bis hin zur Beratung alle wesentlichen Gesichtspunkte für Behandlungsleitlinien, doch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die KHK bei Frauen seien nicht berücksichtigt worden. Ferner finde die Veränderung der Blutfettwerte durch die Antibabypille sowie die Auswirkung des Rauchens auf die Hormonsituation der Frau keine Beachtung. Diesen gravierenden Mangel gelte es unbedingt aufzuarbeiten. Professor Siegfried: "Bei den Frauen müssen alle Beschwerden zwischen Nase und Nabel dahingehend untersucht werden, ob nicht das Herz dahintersteckt."
Bei Frauen tritt die KHK häufig in anderer Weise als bei Männern auf, verläuft schwerer und führt besonders bei jüngeren Frauen häufiger zum Tod. Daher ist gerade bei diesem Krankheitsbild eine geschlechtersensible Sichtweise äußerst wichtig. Der Deutsche Ärztinnenbund hatte bereits bei seinem Wissenschaftlichen Kongress 1999 "Frauenherzen schlagen anders" auf die frauenspezifische Symptomatik bei Herz-Kreislauferkrankungen hingewiesen. Dazu Dr. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes: "Frauen und Männer sind unterschiedlich gesund und krank. Solange die Leitlinien zur Behandlung der koronaren Herzkrankheiten aber geschlechtsblind bleiben, kann hiermit keine wirklich gute Medizin für Patienten und Patientinnen betrieben werden."
Köln, 24.9.2003
Der Deutsche Ärztinnenbund e.V. (DÄB) vermisst in den evidenzbasierten Leitlinien zur Behandlung der koronaren Herzkrankheiten (KHK) die aktuellen wissenschaftlichen frauenspezifischen Erkenntnisse über diese Erkrankung. Dies bemängelt anlässlich des Weltherztages am 28. September Professor Dr. Ingeborg Siegfried, Mitglied des Deutschen Ärztinnenbundes und Präsidentin für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen in Hessen.
Laut Professor Dr. Siegfried enthalten die Leitlinien (Bundesgesetzblatt 2003 Teil 1 Nr. 10 vom 30.04.2003), die auch als Grundlage für die Chronikerbehandlungsprogramme (Disease Management Program, DMP) dienen, zwar von der Definition der KHK über die Beschreibung der akuten und chronischen Form, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation bis hin zur Beratung alle wesentlichen Gesichtspunkte für Behandlungsleitlinien, doch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die KHK bei Frauen seien nicht berücksichtigt worden. Ferner finde die Veränderung der Blutfettwerte durch die Antibabypille sowie die Auswirkung des Rauchens auf die Hormonsituation der Frau keine Beachtung. Diesen gravierenden Mangel gelte es unbedingt aufzuarbeiten. Professor Siegfried: "Bei den Frauen müssen alle Beschwerden zwischen Nase und Nabel dahingehend untersucht werden, ob nicht das Herz dahintersteckt."
Bei Frauen tritt die KHK häufig in anderer Weise als bei Männern auf, verläuft schwerer und führt besonders bei jüngeren Frauen häufiger zum Tod. Daher ist gerade bei diesem Krankheitsbild eine geschlechtersensible Sichtweise äußerst wichtig. Der Deutsche Ärztinnenbund hatte bereits bei seinem Wissenschaftlichen Kongress 1999 "Frauenherzen schlagen anders" auf die frauenspezifische Symptomatik bei Herz-Kreislauferkrankungen hingewiesen. Dazu Dr. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes: "Frauen und Männer sind unterschiedlich gesund und krank. Solange die Leitlinien zur Behandlung der koronaren Herzkrankheiten aber geschlechtsblind bleiben, kann hiermit keine wirklich gute Medizin für Patienten und Patientinnen betrieben werden."
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Zuletzt bearbeitet 05.08.2004 13:04 Uhr
