Wahlprüfsteine der Parteien sind Entscheidungskriterien für Ärztinnen: Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Versorgung maßgeblich

Berlin, 12. September 2005. Die im August an die fünf großen zur  Bundestag antretenden Parteien versandten Wahlprüfsteine geben den  Mitgliedsfrauen des Deutschen Ärztinnenbundes einen bezeichnenden  Einblick, wie sich Politikerinnen und Politiker den Problemen und  Fragen von Ärztinnen stellen.
 Die Ärztinnen hatten sich mit verschiedenen Themenkomplexen an die  politischen Parteien gewandt, so zur Vereinbarung von Familie und Beruf  und die Möglichkeiten der Kinderbetreuung, zur Abwanderung von  ÄrztInnen ins Ausland, zur Frage von Ärztinnen in Führungspositionen,  zur Finanzierung des Gesundheitssystems, zur geschlechtsspezifischen  und sozial orientierten Gesundheitsversorgung, zur Prävention, zur  Rolle der ärztlichen Psychotherapie, zur Embryonenforschung und anderen  ethisch determinierten Themen sowie zum Abbau von Bürokratie im  Gesundheitswesen.

 Dazu Dr. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes e.  V.:„Ganz gleich, ob Ärztinnen in der Klinik oder in der Niederlassung  tätig sind, ob sie sich noch in der Ausbildung befinden oder ihre  berufliche Tätigkeit bereits beendet haben – wir stehen in der  Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten. Aus dieser  Sorge heraus haben wir unsere Fragen an die Parteien gestellt. Wir  wollen unsere Arbeit unter Voraussetzungen tun, die gut sind für die  Erfüllung ärztlicher Aufgaben und die gut sind für die gesundheitliche  Versorgung. Unsere Erwartungshaltung an die Politik ist deshalb groß.  Wir werden die gewählten Politikerinnen und Politiker nach dem 18.  September daran messen, wie sie zu ihren Versprechungen stehen und wie  sich die gesundheitliche Versorgung weiter gestaltet.“

 Ein Schwerpunkt der Wahlprüfsteine war die Frage nach den  Möglichkeiten der Betreuung von Kindern der Ärztinnen und Ärzte, die  durch ihre Dienste in Krankenhäusern und Praxen zeitlich stark  eingebunden sind.
 So sagten CDU/CSU zu, sie würden Betreuungsangebote gemeinsam mit den  Unternehmen und Krankenhäusern erarbeiten, die flächendeckend wirksam  werden sollen. Die SPD verweist auf das von ihnen in Aussicht gestellte  Elterngeld als Einkommensersatz für ein Jahr, das bei Bedarf eine  ununterbrochene Erwerbsbiographie gewährleisten soll. Bis zum Jahr 2010  wolle man zudem einen Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze ab dem 2.  Lebensjahr garantieren.

 Bezogen auf die Frage des DÄB zur Zukunft der gesundheitlichen  Versorgung von sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen, zu denen nicht  selten alleinerziehende und ältere Frauen zählen, gab es zum Teil  ausweichende Antworten. Die SPD verwies auf den Sicherstellungsauftrag  der Kassenärztlichen Vereinigungen, die FDP auf die von ihr  favorisierte Härtefallregelung. CDU/CSU betonten, die von ihr  geforderte Gesundheitsprämie würde die sozial schwachen Gruppen nicht  belasten.

 Die DÄB-Präsidentin bestärkt mit Blick auf die teils sehr konkreten,  teils aber auch allgemeinen Ausführungen der Parteien alle  Mitgliedsfrauen des DÄB, die Versprechen auf Herz und Nieren zu prüfen  und danach ihre Wahlentscheidung zu treffen. „Unsere Forderungen an die  Politik sind konkret. Wir werden die gewählten Politikerinnen und  Politiker nach dem 18. September daran messen, wie sie zu ihren  Versprechungen stehen und wie sich die Bedingungen für die ärztliche  Tätigkeit und die gesundheitliche Versorgung weiter gestalten.“
Zuletzt bearbeitet 19.09.2005 16:34 Uhr