Ihr Vermächtnis wirkt fort: Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber (1926–2007)
Frischen Wind brachte 1973 die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber als Nachfolgerin von Dr. med. Lena Ohnesorge als neue Präsidentin in den Deutschen Ärztinnenbund. Die damals 47-jährige Medizinjournalistin, Mutter zweier Kinder, hatte sich im Deutschen Bundestag mit den Gesetzesvorhaben zu Schwangerschaftsabbruch, Ehescheidungsrecht und der Reform des Sexualstrafrechts befasst. Sie trat ein gegen die Benachteiligung von Ärztinnen bei Stellenbesetzungen im Krankenhaus, in Forschung und Wirtschaft sowie für Teilzeitarbeitsplätze und Wiedereingliederungskurse.
Geboren 1926 in Köln, studierte sie in München und Düsseldorf Medizin, wurde 1951 promoviert und arbeitete in der Praxis der Familie ihres ersten Ehemannes, Dr. med. Wolfgang Heuser, in Bensberg bei Köln. Nach kommunalpolitischer Tätigkeit als dortige Stadtverordnete seit 1956 gelangte sie 1962 in den Deutschen Bundestag, aus dem sie 1969 ausschied.
Ihren medizinischen Sachverstand brachte sie seit Mitte der 60er Jahre auch in die Publizistik ein, vielfach in Hörfunkinterviews und als Moderatorin von Fernsehsendungen, teils zusammen mit dem Medizinpublizisten Dr. med. Georg Schreiber, ihrem zweiten Ehemann. Beide waren Mitglied im Bundesgesundheitsrat sowie im Kollegium der Medizinjournalisten.
Nach dem Umzug in das oberbayerische Oberaudorf, wo sie sich unverzüglich im Gemeinderat engagierte, wurde sie 1972 von der Bundesregierung als Vertreterin der Freien Berufe in den Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemeinschaft (EG) berufen, ein Amt, das sie bis 1987 ausübte. Sie wirkte im Stiftungsrat des Müttergenesungswerkes und als erste Frau im geschäftsführenden Vorstand des Hartmannbunds (1969-1977).
In die Anfangsjahre ihrer 16-jährigen Präsidentschaft fiel die Gründung des Jugendbuchpreises des DÄB, "Silberne Feder", der seit 1976 alle zwei Jahre verliehen wird. Ein weiteres Projekt mit bibliotherapeutischem Ansatz war 1982 die Gründung des Vereins „Das fröhliche Krankenzimmer“, in Zusammenarbeit mit der Haunerschen Kinderklinik in München.
Gemeinsam mit der langjährigen Vizepräsidentin des DÄB und damaligen Präsidentin des Weltärztinnenbundes (MWIA), Dr. med. Helga Thieme, richtete Dr. Heuser-Schreiber erstmals einen internationalen MWIA-Kongress in Deutschland aus: Zum Thema „Mass Media and Medicine“ fand er 1978 im damals noch geteilten Berlin statt.
Bei der deutschen Ärzteschaft und auf den Deutschen Ärztetagen fanden die Reden, Anträge und Initiativen von Dr. Heuser-Schreiber viel Beachtung und Erfolg. Während ihrer Präsidentschaft wurde der DÄB Mitglied im Deutschen Frauenrat. Auch die Gründung des Netzwerks junger Frauen im DÄB, das „Junge Forum“ (1987), fällt in ihre Präsidentschaft und stellt damit die erste Untergruppe innerhalb des Verbandes dar.
Nach dem Ende ihrer Präsidentschaft wurde Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber zur Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes ernannt. Zahlreiche weitere Ehrungen wurden ihr zuteil, so das Große Bundesverdienstkreuz und der Bayerische Verdienstorden. 1990 erhielt sie die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, die Paracelsus-Medaille, für ihre „unermüdlich zielstrebige Arbeit, politisches Gespür und vorbildliche Haltung als Ärztin und Staatsbürgerin“.
E-Mail: Bayern-Nord@aerztinnenbund.de
Geboren 1926 in Köln, studierte sie in München und Düsseldorf Medizin, wurde 1951 promoviert und arbeitete in der Praxis der Familie ihres ersten Ehemannes, Dr. med. Wolfgang Heuser, in Bensberg bei Köln. Nach kommunalpolitischer Tätigkeit als dortige Stadtverordnete seit 1956 gelangte sie 1962 in den Deutschen Bundestag, aus dem sie 1969 ausschied.
Ihren medizinischen Sachverstand brachte sie seit Mitte der 60er Jahre auch in die Publizistik ein, vielfach in Hörfunkinterviews und als Moderatorin von Fernsehsendungen, teils zusammen mit dem Medizinpublizisten Dr. med. Georg Schreiber, ihrem zweiten Ehemann. Beide waren Mitglied im Bundesgesundheitsrat sowie im Kollegium der Medizinjournalisten.
Nach dem Umzug in das oberbayerische Oberaudorf, wo sie sich unverzüglich im Gemeinderat engagierte, wurde sie 1972 von der Bundesregierung als Vertreterin der Freien Berufe in den Wirtschafts- und Sozialausschuss der Europäischen Gemeinschaft (EG) berufen, ein Amt, das sie bis 1987 ausübte. Sie wirkte im Stiftungsrat des Müttergenesungswerkes und als erste Frau im geschäftsführenden Vorstand des Hartmannbunds (1969-1977).
In die Anfangsjahre ihrer 16-jährigen Präsidentschaft fiel die Gründung des Jugendbuchpreises des DÄB, "Silberne Feder", der seit 1976 alle zwei Jahre verliehen wird. Ein weiteres Projekt mit bibliotherapeutischem Ansatz war 1982 die Gründung des Vereins „Das fröhliche Krankenzimmer“, in Zusammenarbeit mit der Haunerschen Kinderklinik in München.
Gemeinsam mit der langjährigen Vizepräsidentin des DÄB und damaligen Präsidentin des Weltärztinnenbundes (MWIA), Dr. med. Helga Thieme, richtete Dr. Heuser-Schreiber erstmals einen internationalen MWIA-Kongress in Deutschland aus: Zum Thema „Mass Media and Medicine“ fand er 1978 im damals noch geteilten Berlin statt.
Bei der deutschen Ärzteschaft und auf den Deutschen Ärztetagen fanden die Reden, Anträge und Initiativen von Dr. Heuser-Schreiber viel Beachtung und Erfolg. Während ihrer Präsidentschaft wurde der DÄB Mitglied im Deutschen Frauenrat. Auch die Gründung des Netzwerks junger Frauen im DÄB, das „Junge Forum“ (1987), fällt in ihre Präsidentschaft und stellt damit die erste Untergruppe innerhalb des Verbandes dar.
Nach dem Ende ihrer Präsidentschaft wurde Dr. med. Hedda Heuser-Schreiber zur Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes ernannt. Zahlreiche weitere Ehrungen wurden ihr zuteil, so das Große Bundesverdienstkreuz und der Bayerische Verdienstorden. 1990 erhielt sie die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, die Paracelsus-Medaille, für ihre „unermüdlich zielstrebige Arbeit, politisches Gespür und vorbildliche Haltung als Ärztin und Staatsbürgerin“.
E-Mail: Bayern-Nord@aerztinnenbund.de

