Aktuelles aus der MWIA
Foto: © Tauber-Bachmann
Bericht der Vizepräsidentin Central Europe
Das erste Treffen des in Kairo neu gewählten MWIA-Executive Committee (ExCo) fand vom 20.–22. Mai 2026 in Genf statt. Sieben Mitglieder waren vor Ort, fünf virtuell zugeschaltet. Dr. Mariam Jashi (MWIA-Generalsekretärin) hatte einen Zugang zu den Vorträgen des Welt-Sepsis-Kongresses organisiert – die Zeit war gut ausgefüllt. In der Vorstandssitzung gab es spannende Diskussionen und Berichte aus aller Welt:- Die Finanzen des MWIA wurden diskutiert und auf stabilere Füße gestellt.
- Virtuelle Meetings werden zeitnah auf Zoom umgestellt.
- Einige Ausschüsse (committees) wurden zusammengelegt, neue wurden aufgenommen, so auch die von Dr. med. Bettina von Gizycki-Nienhaus initiierte Senior MWIA. Ein toller Erfolg!
- Vorsitzende ist die Vize-Präsidentin für Zentralasien Dr. Vandana Valvekar.
- Dem wichtigen Finanz-Ausschuss steht Dr. Joyce Sakala aus Sambia vor.
- Auf Vorschlag der Präsidentin wird ein neuer Ausschuss “Membership“ eingerichtet, den ich leiten soll.
Ich habe mich gefreut, beim Deutschen Ärztetag im April in Hannover Verbindungen zu Dr. Jaqueline Kitulu, Präsidentin des Weltärztebundes, und zu Vertreterinnen und Vertretern vieler Länder geknüpft zu haben.
Dr. med. Cornelia Tauber-Bachmann ist Vice-President
for Central Europe der MWIA.
E-Mail: cornelia.tauber-bachmann@aerztinnenbund.de
Congress Region Northern Europe in Breukelen
Vom 04.–06. Juni 2026 haben acht DÄB-Kolleginnen den MWIA-Kongress der Region Northern Europe in Breukelen besucht, der zeitgleich zum Kongress der Niederländischen Ärztinnen (VNVA) stattfand. Dr. Sarah Fitzgibbon (Gründerin Medical Women of Ireland, neue Vice-President Northern Europe), empfing uns herzlich. Auf dem Kongress-Sticker wurde unsere Anwesenheit mit einer kleinen deutschen Fahne gewürdigt. Ein Wegweiser in die Zukunft?Der bewegende Bericht einer Patientin, die in einer vulnerablen Lebensphase Missbrauch erlebte, führte in das Kongressthema „Transgenerationale Resilienz“ ein – verbunden mit dem Appell an alle, hinzusehen und Hilfsangebote zu stärken.
Zentrale Botschaft des Vortrags „From Survival to Flourish“ zur Karriere von Ärztinnen (Astrid Elburg, Nyenrode Business University): „Zu einer guten Arbeitgeberpraxis gehören eine flexible Führung und eine strukturierte Kompetenzförderung, damit Ärztinnen eine nachhaltige Karriere verfolgen können. Jährliche Evaluierungen und individuelle Anpassungen sind dabei unerlässlich.“
Frank Borm (Netherlands Cancer Institute) berichtete über Therapieoptionen für junge Frauen mit Lungenkrebs. Wir hörten alarmierende Zahlen zum Gebrauch von Vapes (E-Zigaretten) bei Jugendlichen – eine Einstiegsdroge zum Rauchen – befeuert durch selektive Online-Tabakwerbung. Für ihre Bemühungen um Rauchverbote wurde Wanda de Kanter mit dem Els Borst Oeuvre Prize geehrt.
Wir konnten noch mehr lernen: übers Netzwerken, den kreativen Umgang mit belastenden Erfahrungen, die Herausforderungen geflüchteter Ärztinnen, die Bedarfe in der Transgendermedizin, über die Palliativversorgung queerer Patientinnen und Patienten sowie die Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen und Menstruationsstörungen.
Die Informationsfülle war groß, die Aufzählung ist nicht vollständig. Was wir mitgenommen haben: das erneuerte Bewusstsein, in einem Feld zu arbeiten, in dem wir sehr viel tun können und in dem internationale Kontakte wichtiger sind denn je. Ein großer Dank an alle Organisatorinnen, von denen wir Joke Selhorst, Geneviève Koolhaas und Cisca Griffioen besonders erwähnen möchten.
Dr. med. Renate Böhm ist Senior Consultant des DÄB. Dr. med. Katrin Wolf ist Mitglied der DÄB-Regionalgruppe Berlin Brandenburg.
E-Mail: renate.boehm@aerztinnenbund.de

