12 Spitzenfrauen und eine Moderatorin aus dem Gesundheitswesen starten durch, u.a. gesponsert vom „Verein Frauen fördern die Gesundheit“.

Erfolgreicher Auftakt der Initiative „Spitzenfrauen Gesundheit“

Es ist Zeit, dass sich etwas ändert, sagten sich die Initiatorinnen Cornelia Wanke, Geschäftsführerin des Vereins der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) und der Wankeconsulting, Antje Kapinsky, Fachleiterin Gesundheitspolitik der Techniker Krankenkasse, Dr. med. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. Christina Tophoven, Geschäftsführerin der Bundespsychotherapeutenkammer, und Dr. med. Kirsten Kappert-Gonther, Bundestagsabgeordnete BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Am 22. Februar 2019 luden sie zu einer Auftaktveranstaltung in die Bremer Landesvertretung in Berlin ein. Sie stellten fest: Die Rolle der Frauen im deutschen Gesundheitswesen ist sehr ambivalent. Ihr Anteil an den Beschäftigten ist hoch. In Krankenhäusern und Arztpraxen, bei Krankenkassen und Institutionen– überall sind Frauen zahlenmäßig stark vertreten. Teilweise liegt ihr Anteil sogar bei mehr als zwei Dritteln der Beschäftigten. Auch in Medizin und Psychotherapie steigt der Anteil der Frauen stetig. Mittlerweile ist hier nahezu die Hälfte weiblich. Dennoch werden die Führungspositionen in den Organisationen und Gremien des Gesundheitswesens überwiegend von Männern besetzt. In vielen Organisationen ist nicht einmal jede zehnte Führungskraft eine Frau. Und es gibt sogar Bereiche, in denen gar keine Frau in der Selbstverwaltung im Vorstand oder ersten Führungsebene vertreten ist.

Begrüßung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn durch Dr. med. Christiane Groß, M.A., Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes.
Das Gesundheitswesen braucht Spitzenfrauen
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn forderte zum einen, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden müssten. Zum anderen versprach er, zum Beispiel bei einer Reform der Sozialwahlen die
Einführung einer Frauenquote zu prüfen. Im darauffolgenden Impulsvortrag sagte Dr. phil. Ulrike Ley: „Eine Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts wie Deutschland kann sich nicht leisten, die Hälfte des Potenzials der klugen Köpfe beim Putzen und Windelwechseln zu vergeuden, deshalb ist mangelnde Geschlechterparität kein Frauenproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.“

Zum Abschluss wurde von den Teilnehmer*innen eine Resolution an die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karin Maag, übergeben. Darin werden eine Neuausrichtung
des Gesundheitswesens und die gleichberechtigte Teilhabe in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung gefordert, die künftig paritätisch mit Ärztinnen und Ärzten besetzt werden sollen.

… und ein Paritätsgesetz nach europäischem Vorbild
In der Resolution wird zudem ein Paritätsgesetz gefordert, wie es zahlreiche EU-Länder wie Frankreich oder Luxemburg bereits haben. Auch die Parlamente müssten nach 100 Jahren Frauenwahlrecht die Geschlechterverteilung in der Gesellschaft widerspiegeln.
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