Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung im Gesundheitswesen: Verantwortung übernehmen, Strukturen verändern
Die aktuellen Debatten innerhalb der Ärzteschaft zeigen deutlich: Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung im Gesundheitswesen dürfen nicht länger tabuisiert oder als Einzelfälle betrachtet werden. Der Deutsche Ärztinnenbund e. V. (DÄB) fordert eine konsequente strukturelle Auseinandersetzung mit Machtgefällen, Führungskultur und institutioneller Verantwortung in der Medizin – denn gezielte Maßnahmen sind überfällig. Der DÄB benennt daher konkrete Ansätze für strukturelle Verbesserungen.
Der DÄB beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Grenzverletzungen und diskriminierenden Strukturen im medizinischen Umfeld. Aus Sicht des Verbandes braucht es nun konkrete Maßnahmen, die Betroffene schützen, Meldungen niedrigschwellig und anonym ermöglichen sowie einen nachhaltigen Kulturwandel innerhalb der Medizin fördern.
„Entscheidend ist, dass wir den Fokus nicht allein auf einzelne Vorfälle richten, sondern auf die Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen oder dessen Aufarbeitung verhindern“, so Greta Lucia Harnisch, Vertreterin des Jungen Forums beim DÄB. „Wo starke Hierarchien, Abhängigkeitsverhältnisse und fehlende Ansprechstellen zusammentreffen, entsteht ein Klima, in dem Grenzverletzungen passieren und oft folgenlos bleiben.“
Besonders in Studium, Weiterbildung und klinischem Alltag bestehen vielfach starke Abhängigkeitsverhältnisse. Betroffene erleben häufig Unsicherheit, Angst vor beruflichen Nachteilen oder Zweifel daran, ob Beschwerdemeldungen überhaupt ernst genommen werden. Der DÄB fordert daher den Aufbau unabhängiger und niedrigschwelliger Meldestellen bei den Ärztekammern sowie in medizinischen Einrichtungen. Betroffene müssten die Möglichkeit haben, Grenzverletzungen anonym, vertraulich und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen anzusprechen.
Der DÄB begrüßt ausdrücklich, dass einzelne Ärztekammern bereits Anlauf- und Meldestellen für Betroffene eingerichtet haben. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass diese Angebote häufig nicht ausreichend sichtbar und niedrigschwellig ausgestaltet sind. So sind entsprechende Kontaktstellen auf den Webseiten oft nicht prominent platziert und teils nur schwer auffindbar. Zudem beschränken sie sich vielfach thematisch auf einzelne Formen von Gewalt oder Belästigung – oftmals in Bezug auf Patientinnen und Patienten. Aus Sicht des DÄB ist es jedoch entscheidend, Machtmissbrauch, Diskriminierung und Grenzverletzungen umfassend zu adressieren sowie klar zu benennen, dass Übergriffe auch innerhalb kollegialer oder hierarchischer Strukturen stattfinden können. Nur so erkennen Betroffene frühzeitig, dass sie mit ihren Erfahrungen ernst genommen werden und Unterstützung erhalten.
Darüber hinaus sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf bei Führungsstrukturen in der Medizin. Fachliche Kompetenz allein dürfe nicht länger als ausreichende Qualifikation für Führungsverantwortung betrachtet werden. „Führung in der Medizin bedeutet auch Verantwortung für Arbeitskultur, Kommunikation und den Schutz von Mitarbeitenden und Auszubildenden“, so Prof. Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser, Co-Präsidentin des DÄB. „Wer Personal führt, muss dafür auch entsprechend qualifiziert und sensibilisiert sein.“
Zudem braucht es dringend transparente Besetzungsverfahren, verbindliche Gleichstellungsziele, aktive Förderung und Mentoringprogramme für Ärztinnen sowie familienfreundlichere Strukturen in der Klinik sowie in der Berufspolitik, so Puhahn-Schmeiser. Der DÄB spricht sich deshalb für verbindliche Führungsqualifikationen und regelmäßige Schulungen zu Machtmissbrauch, Diskriminierung, professionellen Grenzen und diskriminierungssensibler Kommunikation aus – insbesondere für Personen mit Ausbildungs- und Leitungsverantwortung.
Der Verband weist außerdem darauf hin, dass Frauen in berufspolitischen Gremien und Führungsstrukturen innerhalb der Medizin weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind und nicht selten informell von Einfluss- und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden. „Fehlende Repräsentanz verstärkt bestehende Machtgefälle und erschwert, diskriminierende Strukturen nachhaltig zu verändern“, bestätigt Jana Pannenbäcker, Co-Präsidentin des DÄB.
Ebenso wichtig sei eine Kultur des Hinschauens innerhalb der Ärzteschaft. Grenzverletzungen dürften nicht bagatellisiert, relativiert oder aus Kollegialität übergangen werden. „Kollegialität darf nicht zu aktiver Komplizenschaft werden. Eine professionelle Kultur zeigt sich nicht darin, Probleme zu verschweigen, sondern darin, Verantwortung zu übernehmen und Betroffene zu schützen“, betont der Verband. Der DÄB sieht dabei die gesamte Ärzteschaft in der Verantwortung, sichere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören transparente Beschwerdewege, klare Verfahren im Umgang mit Übergriffen sowie Strukturen, die Vertrauen ermöglichen und Prävention stärken. Wegschauen darf keine Option sein – und darf keine Option bleiben.
„Machtmissbrauch und Diskriminierung gefährden nicht nur einzelne Betroffene, sondern auch Teamkultur, Nachwuchsgewinnung und letztlich die Qualität der medizinischen Versorgung“, so Pannenbäcker. „Eine moderne Medizin braucht deshalb nicht nur fachliche Exzellenz, sondern auch eine Kultur des Respekts, der Verantwortung und des Hinsehens.“
„Entscheidend ist, dass wir den Fokus nicht allein auf einzelne Vorfälle richten, sondern auf die Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen oder dessen Aufarbeitung verhindern“, so Greta Lucia Harnisch, Vertreterin des Jungen Forums beim DÄB. „Wo starke Hierarchien, Abhängigkeitsverhältnisse und fehlende Ansprechstellen zusammentreffen, entsteht ein Klima, in dem Grenzverletzungen passieren und oft folgenlos bleiben.“
Besonders in Studium, Weiterbildung und klinischem Alltag bestehen vielfach starke Abhängigkeitsverhältnisse. Betroffene erleben häufig Unsicherheit, Angst vor beruflichen Nachteilen oder Zweifel daran, ob Beschwerdemeldungen überhaupt ernst genommen werden. Der DÄB fordert daher den Aufbau unabhängiger und niedrigschwelliger Meldestellen bei den Ärztekammern sowie in medizinischen Einrichtungen. Betroffene müssten die Möglichkeit haben, Grenzverletzungen anonym, vertraulich und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen anzusprechen.
Der DÄB begrüßt ausdrücklich, dass einzelne Ärztekammern bereits Anlauf- und Meldestellen für Betroffene eingerichtet haben. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass diese Angebote häufig nicht ausreichend sichtbar und niedrigschwellig ausgestaltet sind. So sind entsprechende Kontaktstellen auf den Webseiten oft nicht prominent platziert und teils nur schwer auffindbar. Zudem beschränken sie sich vielfach thematisch auf einzelne Formen von Gewalt oder Belästigung – oftmals in Bezug auf Patientinnen und Patienten. Aus Sicht des DÄB ist es jedoch entscheidend, Machtmissbrauch, Diskriminierung und Grenzverletzungen umfassend zu adressieren sowie klar zu benennen, dass Übergriffe auch innerhalb kollegialer oder hierarchischer Strukturen stattfinden können. Nur so erkennen Betroffene frühzeitig, dass sie mit ihren Erfahrungen ernst genommen werden und Unterstützung erhalten.
Darüber hinaus sieht der Verband dringenden Handlungsbedarf bei Führungsstrukturen in der Medizin. Fachliche Kompetenz allein dürfe nicht länger als ausreichende Qualifikation für Führungsverantwortung betrachtet werden. „Führung in der Medizin bedeutet auch Verantwortung für Arbeitskultur, Kommunikation und den Schutz von Mitarbeitenden und Auszubildenden“, so Prof. Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser, Co-Präsidentin des DÄB. „Wer Personal führt, muss dafür auch entsprechend qualifiziert und sensibilisiert sein.“
Zudem braucht es dringend transparente Besetzungsverfahren, verbindliche Gleichstellungsziele, aktive Förderung und Mentoringprogramme für Ärztinnen sowie familienfreundlichere Strukturen in der Klinik sowie in der Berufspolitik, so Puhahn-Schmeiser. Der DÄB spricht sich deshalb für verbindliche Führungsqualifikationen und regelmäßige Schulungen zu Machtmissbrauch, Diskriminierung, professionellen Grenzen und diskriminierungssensibler Kommunikation aus – insbesondere für Personen mit Ausbildungs- und Leitungsverantwortung.
Der Verband weist außerdem darauf hin, dass Frauen in berufspolitischen Gremien und Führungsstrukturen innerhalb der Medizin weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind und nicht selten informell von Einfluss- und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden. „Fehlende Repräsentanz verstärkt bestehende Machtgefälle und erschwert, diskriminierende Strukturen nachhaltig zu verändern“, bestätigt Jana Pannenbäcker, Co-Präsidentin des DÄB.
Ebenso wichtig sei eine Kultur des Hinschauens innerhalb der Ärzteschaft. Grenzverletzungen dürften nicht bagatellisiert, relativiert oder aus Kollegialität übergangen werden. „Kollegialität darf nicht zu aktiver Komplizenschaft werden. Eine professionelle Kultur zeigt sich nicht darin, Probleme zu verschweigen, sondern darin, Verantwortung zu übernehmen und Betroffene zu schützen“, betont der Verband. Der DÄB sieht dabei die gesamte Ärzteschaft in der Verantwortung, sichere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören transparente Beschwerdewege, klare Verfahren im Umgang mit Übergriffen sowie Strukturen, die Vertrauen ermöglichen und Prävention stärken. Wegschauen darf keine Option sein – und darf keine Option bleiben.
„Machtmissbrauch und Diskriminierung gefährden nicht nur einzelne Betroffene, sondern auch Teamkultur, Nachwuchsgewinnung und letztlich die Qualität der medizinischen Versorgung“, so Pannenbäcker. „Eine moderne Medizin braucht deshalb nicht nur fachliche Exzellenz, sondern auch eine Kultur des Respekts, der Verantwortung und des Hinsehens.“
