SprechstundeMacht – Handeln. Unterstützen. Verändern.
Deutscher Ärztinnenbund startet neue Veranstaltungsreihe

04.09.2026
Mit der neuen, virtuellen Veranstaltungsreihe „SprechstundeMacht – Handeln. Unterstützen. Verändern.“ nimmt der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) Machtstrukturen, Abhängigkeiten und Veränderungsmöglichkeiten in der Medizin in den Blick. Der Auftakt findet am 7. September 2026 statt. Als Expertin ist Wirtschaftsjournalistin Bettina Weiguny eingeladen. Ab dann finden im zweiwöchigen Rhythmus weitere Termine statt.

Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung im Gesundheitswesen dürfen nicht tabuisiert oder als Einzelschicksale betrachtet werden. Bereits im Mai hat der DÄB eine konsequente strukturelle Auseinandersetzung mit Machtgefällen, Führungskultur und institutioneller Verantwortung in der Medizin gefordert. Mit der Veranstaltungsreihe „SprechstundeMacht – Handeln. Unterstützen. Verändern.“ vertieft der DÄB diese Debatte.

„Machtmissbrauch entsteht nicht im luftleeren Raum. Gerade in Studium, Weiterbildung und klinischem Alltag treffen ausgeprägte Hierarchien auf vielfältige berufliche Abhängigkeiten“, so Prof. Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser, Co-Präsidentin des DÄB. „Wir müssen deshalb nicht nur über einzelne Vorfälle sprechen, sondern darüber, welche Strukturen Grenzverletzungen und Machtmissbrauch begünstigen und wie wir diese nachhaltig verändern können.“

Auftakt mit Bettina Weiguny

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe (7. September 2026, 19:00 bis 20:00 Uhr) ist Wirtschaftsjournalistin und Publizistin Bettina Weiguny zu Gast. Mit Anna Sophie Herken und Christina Sontheim-Leven hat sie das Buch „Machtgebiete – was Managerinnen erleben und wie sie gegenhalten“ veröffentlicht. Darin beschäftigen sich die Autorinnen mit Erfahrungen von Frauen in Führungspositionen, Machtmechanismen und Widerständen. In der ersten „SprechstundeMacht“ richtet sich der Blick auf die Frage, welche Erkenntnisse sich daraus auf die Medizin übertragen lassen: Welche Rolle spielen Hierarchien und Abhängigkeiten? Wie lassen sich Machtstrukturen erkennen und hinterfragen? Und was können Organisationen tun, damit Machtmissbrauch und Diskriminierung weniger Raum bekommen?

„Die Medizin ist in besonderem Maße von hierarchischen Strukturen und Abhängigkeiten geprägt. Entscheidungen über Weiterbildung, berufliche Entwicklung und Karrierechancen liegen häufig in den Händen weniger Personen“, so Jana Pannenbäcker, Co-Präsidentin des DÄB. „Mit der ‚Sprechstunde Macht‘ wollen wir Wissen vermitteln, neue Perspektiven eröffnen und Mut machen, bestehende Strukturen zu hinterfragen. Denn wir sind überzeugt: Ein anderer Umgang mit Macht in der Medizin ist möglich – und wir können ihn gemeinsam gestalten.“

Strukturen verändern, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen

Der DÄB beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Grenzverletzungen und diskriminierenden Strukturen im medizinischen Umfeld. Im Mai 2026 hatte der Verband konkrete Maßnahmen gefordert, um Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung wirksamer zu verhindern und Betroffenen die eigenen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dazu gehören insbesondere unabhängige und niedrigschwellige Meldestellen, die Möglichkeit anonymer und vertraulicher Meldungen sowie transparente Beschwerdewege und klare Verfahren im Umgang mit Übergriffen. Darüber hinaus fordert der DÄB verbindliche Führungsqualifikationen und regelmäßige Schulungen zu Machtmissbrauch, Diskriminierung, professionellen Grenzen und diskriminierungssensibler Kommunikation – insbesondere für Personen mit Ausbildungs- und Leitungsverantwortung.

Mit der „SprechstundeMacht – Handeln. Unterstützen. Verändern.“ soll die Diskussion nun kontinuierlich weitergeführt und um unterschiedliche fachliche Perspektiven ergänzt werden. Weitere Expertinnen und Termine werden sukzessive bekannt gegeben.

SprechstundeMacht – Handeln. Unterstützen. Verändern.
07. September 2026
19:00-20:00 Uhr
virtuell unter:
https://teams.microsoft.com/meet/337997027815559?p=gFoD3XDCuBGxY7SaEk 

Weitere Termine, jeweils von 19:00-20:00 Uhr:
  • 21.09.2026 mit Burcu Akdogan-Werner, Juristische Referentin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
  • 05.10.2026 mit Kristina Straßburger, Kriminologin und Beraterin für Prävention sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
  • 19.10.2026 mit Gaby Reinheimer, Business Coach insbesondere für Führungskräfte
  • 02.11.2026 mit Dr. med. Katharina Schütte-Lütgen, Ansprechpartnerin PSU-Akut e. V. in NRW – Psychosoziale Unterstützung im Gesundheitswesen
  • 16.11.2026 mit Dr. Christian Bichler, Zentraler Compliance-Beauftragter der Sana Kliniken
  • 30.11.2026 mit Dr. med. Barbara Schulze Eilfing, Chefärztin der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im AMEOS Klinikum Warendorf „Joseph Zumloh“ (tbc.)

Hinweis für Medien:

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der virtuellen Veranstaltung teilzunehmen.