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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

schon lange haben wir drei Präsidentinnen der Ärztinnenverbände aus Österreich, der Schweiz und Deutschland - Edith Schratzberger-Vecsei, Adelheid Schneider-Gilg und ich - über einen gemeinsamen Ärztinnen-Kongress nachgedacht. Im Sommer 2019 haben wir beschlossen, den Plan in die Tat umzusetzen. Dieser gemeinsame „Internationale Kongress der Ärztinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“ soll alle 2 Jahre stattfinden, die Organisation jeweils durch den Verband eines Land erfolgen. Gerade bei einer Erstplanung sind aber natürlich auch gemeinsame grundsätzliche Absprachen notwendig, die in diversen Emails, Telefonaten und Videokonferenzen von uns drei erfolgten.

Nachdem für diesen Kongress ein Termin gefunden war, konnte mit der groben Planung begonnen werden. Die Suche nach einem geeigneten Ort führte in Überlegungen zu Düsseldorf, Schwetzingen oder Lindau dann schließlich zur Fraueninsel im Chiemsee in das Kloster Frauenwörth. Das fanden wir alle stimmig für einen Ärztinnen-Kongress.

Im Mai 2020 wollte sich der Vorstand des Deutschen Ärztinnenbundes e. V. (DÄB), der die Organisation übernommen hat, am Tagungsort umsehen, um den Kongress noch besser vorbereiten zu können. Daraus wurde natürlich nichts, da uns, wie allen Menschen, die Covid19-Pandemie dazwischen kam. Doch im Spätsommer, als die Infektionszahlen vorübergehend sehr zurückgegangen waren, konnten wir uns glücklicherweise bei schönstem Wetter die Insel und das Kloster als Veranstaltungsort doch noch ansehen. Und tatsächlich waren wir begeistert. Wir waren begeistert, von der Gastfreundlichkeit von Schwester Scholastika, die im Kloster für die Seminarplanung zuständig ist, von der Bequemlichkeit und Ausstattung der Zimmer und natürlich vom Charme der Insel selbst.

Die weitere Planung ist daher sehr leicht gefallen und wir alle hoffen sehr, dass wir den Kongress im Mai abhalten können und ihn nicht zu einem Online-Event umwandeln müssen.

1.Internationaler Kongress der Ärztinnen – Deutschland, Österreich, Schweiz
Grenzsituationen –
eine Pandemie und ihre Folgen


Die Pandemie betrifft uns alle. Sie betrifft alle Bereiche, von der Ethik, über religiöse Ansätze bis hin zu unserer Psyche. Sie betrifft die Wirtschaft, die Technik und sie betrifft uns als Ärztinnen selbst und in der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten.

Wenn wir uns auf der Fraueninsel treffen können, dann haben wir medizinisch und arbeitstechnisch ebenso wie emotional ein hartes Jahr hinter uns. Wir haben bemerkt, an welchen Stellen uns Handwerkszeug und Techniken fehlen. Daher finden Sie bei diesem Kongress auch einige Workshops, die uns lehren, Softskills besser einzusetzen.

Zum Beispiel bei Videokonferenzen: Vielleicht ist einigen aufgefallen, dass die Übertragung ihres Bildes per Video nicht optimal erschien, das Licht zu blau war oder zu grell. Wir mussten wegen Corona üben, Videokonferenzen zu moderieren. Rhetorik, Auftreten und Bildeinstellungen sind dafür besonders wichtig. Oder wir sind bei der Moderation etwas aus der Übung gekommen, weil keine Veranstaltungen mehr stattgefunden haben. Auch dann ist es hilfreich, wieder ein bisschen zu trainieren.

Oder das Thema Selbstverteidigung: Wir haben verfolgt, dass die Aggressionen in der Gesellschaft gestiegen sind. Die Menschen sind ungeduldig geworden und fordern uns. Diese Veränderung macht weder vor Behörden, noch vor Krankenhäusern und Praxen halt. Die besondere Situation mit Ausgangs-Restriktionen, mit Home-Office und zusätzlicher Kinderbetreuung haben die Situation zusätzlich für viele Menschen belastet, sodass auch die häusliche Gewalt angestiegen ist.

Aber die Pandemie hat uns nicht nur neue Herausforderungen gebracht. Viele Themen, die vorher wichtig waren, sind es heute auch noch. Manche Probleme haben sich sogar noch zugespitzt: Die Karrieren von Ärztinnen verlaufen nicht so, wie wir es uns wünschen. Die Mutterschutzgesetzgebung hat nicht wie erwartet eine Verbesserung gebracht, sondern hat die Situation verschärft. Die Tücken stecken im Detail und sind regional unterschiedlich, in den drei Ländern, aber auch innerhalb der deutschen Bundesländer. Wir versuchen in einem Workshop Hilfestellung zu geben und sammeln Hinweise, was zu ändern ist.

In allen Ländern hat die Pandemie insbesondere das Personal in der Gesundheitsversorgung herausgefordert. An vielen Stellen müssen wir neu lernen, auf uns selbst zu achten: Auch dazu bieten wir einen Workshop an. Dieser Workshop wird in englischer Sprache angeboten.

Und weil in diesen Kongress auch der Kongress der Region Zentraleuropa der MWIA integriert wurde, sind auch die Kolleginnen aus Russland und Georgien eingeladen. Zusammen mit diesen Gästen werden wir in einem Workshop die Gelegenheit haben, über Möglichkeiten und Chancen der Zusammenarbeit mit der MWIA zu reflektieren. Edith Schratzberger-Vecsei wird diese Veranstaltung als Vizepräsidentin der Region Zentraleuropa der MWIA zusammen mit Bettina Pfleiderer, der vorherigen Präsidentin der MWIA, moderieren. Dieser Workshop kann bei Bedarf auch zweisprachig (englisch und deutsch) erfolgen.

Organisatorisches

Die Planung des Rahmenprogrammes werden wir noch ausarbeiten. Im Moment planen wir auf jeden Fall eine Inselführung und empfehlen den Besuch der Nachbarbarinsel mit dem Schloss Herrenchiemsee.

Und noch ein Hinweis für unsere Kollegen: Wir freuen uns auch über Ärzte, die sich für das Thema interessieren. Gerne können sie im Plenum mitdiskutieren. Eine Teilnahme an den Workshops ist jedoch nicht möglich, da diese ausschließlich für Frauen konzipiert wurden. Bitte beachten Sie auch unsere Early-Bird-Preise.

Was passiert bei einem bestehenden Lockdown oder bei Kontaktbeschränkungen?

Das Thema Corona-Pandemie verfolgt uns natürlich auch in der Planung. Wir hoffen, dass bis Ende Mai unser Kongress wieder möglich sein wird. Notwendige Hygienemaßnahmen werden wir natürlich beachten und durchführen, immer unter dem Motto: Wir machen alles, was möglich und sinnvoll ist, um den Kongress stattfinden zu lassen. Falls wir uns aber darauf einstellen müssen, dass der Kongress nicht als Präsenzveranstaltungen angeboten werden kann, werden wir ihn nicht verschieben. Wir werden mutig sein und ihn dann online stattfinden lassen. Das gilt sowohl für die Vorträge als auch für die Workshops.

Bei Stornierungen wegen einer Corona-Infektion oder einer notwendigen Quarantäne fallen selbstverständlich die Stornogebühren weg.

Ich denke, dass wir Mitte bis Ende März besser abschätzen können, ob wir umplanen müssen. Sie helfen uns, indem Sie bei der Anmeldung kenntlich machen, ob sie auch an einer Online-Veranstaltung teilnehmen würden. Ich möchte aber schon hier darauf aufmerksam machen, dass diese voraussichtlich nicht ohne eine entsprechende – natürlich stark reduzierte – Gebühr stattfinden kann, da die Honorare und die Technik bezahlt werden müssen. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Halten Sie alle zusammen mit mir die Daumen, dass die Welt bis Ende Mai die Pandemie soweit im Griff hat, dass wir uns auf der Fraueninsel treffen können. Bleiben Sie vor allen Dingen alle gesund!

Im Namen
der Organisation der Ärztinnen Österreichs und ihrer Präsidentin Edith Schratzberger-Vecsei, die auch als Vizepräsidentin der Region Zentraleuropa der MWIA einlädt,
der Medical Women Switzerland und ihrer Präsidentin Adelheid Schneider-Gilg
und des Deutschen Ärztinnenbundes

grüße ich Sie ganz herzlich

Ihre Christiane Groß
Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes
Unsere Sponsoren: