#MeToo: Sexismus und sexuelle Belästigung in der Medizin

Sexismus und sexualisierte Diskriminierung – inklusiver sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe – sind Herausforderungen, die im deutschen Gesundheitswesen allgegenwärtig sind. Sie richten sich häufig, aber nicht nur, gegen Frauen. Neben der Belastung für die Betroffenen haben Sexismus und sexualisierte Diskriminierung in der Medizin auch gesellschaftliche Auswirkungen.

Viele hochqualifizierte Ärztinnen erleben in ihrer Laufbahn eine derart gravierende geschlechtsbezogene Diskriminierung, dass sie ihre ursprünglichen Karriereziele frustriert aufgeben – und die Medizin womöglich ganz verlassen. Das verschärft den ohnehin bereits akuten Fachkräftemangel. Der Preis ist hoch: Die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten leidet, und die Qualität von medizinischer Forschung und Wissenschaft sinkt, wenn es weniger Talente wegen diskriminierender Bedingungen dort aushalten.

Sexismus und sexualisierte Diskriminierung werden in unserem Gesundheitswesen – auch strukturbedingt – noch häufig toleriert oder sind etabliert. Neben einer stärkeren Sensibilisierung sind auch politische Maßnahmen notwendig, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ein Beispiel: Eine paritätische Besetzung aller Führungspositionen in der Medizin würde dazu beitragen, den systemischen Sexismus einzudämmen – und sollte verpflichtend werden.

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Zum Nachlesen

ärztin 2/2025:
Schwerpunkt Grenzverletzungen und Machtmissbrauch

Klare Kante gegen sexuelle Belästigung – Zusammenarbeit der vier Universitätsklinika in Baden-Württemberg
Homepage "Klare Kante" und SWR-Beitrag aus 1/2025 dazu

aus ärztin 3/2024
Frauen werden vorgeführt, Fehler werden ihnen stärker nachgetragen

aus Deutsches Ärzteblatt 10/2023
Über Scham, Angst vor Konsequenzen und fehlendes Wissen – und welche strukturellen Änderungen helfen könnten

aus ärztin 1/2022
Schutz und Prävention vor sexueller Belästigung an der Charité

aus Tagesspiegel vom 05.06.2018
Offener Sexismus in der Klinik: Ärztinnen werden oft nicht ernstgenommen

Pressemitteilung des Bundesverbandes der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) vom 24.5.2018:
Für einen verantwortungsbewussten Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen (PDF)